Scoop: Warum Hersteller auf Messlöffel für Proteinpulver und Co. verzichten sollten.

Laut Euromonitor wurden im Jahr 2020 allein in Deutschland satte 264 Millionen Euro Umsatz mit Proteinpulver und Co. erwirtschaftet. Nun kann man davon ausgehen, dass nicht in jeder verkauften Packung Sportnahrung ein Scoop war. Wir wissen allerdings alle, dass wohl zumindest in vielen dieser Packungen einer war. Warum uns das stört und was Hersteller und wir gegen diesen unnötigen Müll tun können, klären wir für dich in diesem Artikel.

Bild zeigt Mikroplastik auf einer Fingerspitze
Kleine Plastikkügelchen am Finger - Mikroplastik. © chayanuphol / shutterstock

Als wir damit begonnen haben Sportnahrung zu testen und uns ebenfalls mit den Themen Nachhaltigkeit und Kriterien für Tests auseinandergesetzt haben, stand für uns bereits fest, dass ein Scoop in der Verpackung kein positiv anzumerkendes Zubehör ist, sondern eher das Gegenteil. Proteinpulver, Creatin, Geschmackspulver: Das alles sind sehr beliebte Produkte, die wohl einen Großteil des Jahresumsatzes an Sportlernahrung ausmachen -und in vielen dieser Produkte aus den genannten Kategorien finden wir Messlöffel.


Was fällt da eigentlich an vermeidbarem Müll an?

Ein Scoop für Proteinpulver hat ein Gewicht von 5-7 g. Um 1 kg völlig überflüssiges Plastik zu produzieren, braucht es also etwa 140-200 Dosen oder Tüten Proteinpulver. Um eine ganze Tonne vermeidbares Plastik zu produzieren, braucht es im günstigsten Fall 200.000 Tüten oder Dosen Protein. Klingt viel, oder? Fakt ist aber, dass zum Beispiel ESN allein vom Isoclear schnell mal ein paar zehntausend Dosen am Tag verkauft, wenn der Stock aufgefüllt wird.


Seid nicht so bequem!

Ja, die Welt wird man nicht damit retten, wenn jetzt plötzlich überall die Scoops weggelassen werden. Aber Messlöffel sind überflüssig, sie sind vermeidbar und es kann einer der Beiträge sein, den die Supplement-Industrie leisten kann – und letztlich auch wir als Verbraucher, wenn man schon nicht auf die Plastikdosen oder Zip-Beutel verzichten kann oder möchte.


Lösung 1: Den Scoop zur Bestellung hinzufügen.

Einige wenige Hersteller machen das bereits und letztlich ist das die einfachste und nachhaltigste Methode für den Kunden und auch für die Hersteller, mit diesem Thema umzugehen. In den Verpackungen sollten von Haus aus keine Scoops/Messlöffel enthalten sein. Gegen einen geringen Preis sollte man sich einen Messlöffel zur Bestellung hinzufügen können. Ein Preis, damit die Hemmschwelle erhöht wird, einfach zu jeder Bestellung einen Scoop mit in den Warenkorb zu legen. Den mitgelieferten Scoop kann man Ewigkeiten immer wieder verwenden und letztlich könnte sich – der Fairness halber – sogar der Produktpreis um ein paar Cent verringern. Denn natürlich fließen die Messlöffel mit in die Produktkalkulation ein.


Lösung 2: Die Lebensmittelwaage.

Im Grunde hat sie fast jeder im Haus. Wer jetzt das Argument der Batterien anführen möchte- so eine Waage gibt es auch ohne Batterien, mit kinetischer Energie und ebenfalls grammgenau. Es ist lediglich ein Mehraufwand von ein paar Sekunden, den Shaker auf die Waage zu stellen und die Menge Pulver einfach abzuwiegen. Der Scoop ist hier überflüssig - du kannst einen Esslöffel benutzen.


Lösung 3: Der gute alte Löffel, statt einem Messlöffel.

Verrückt, aber mit einem Esslöffel kann man ganz leicht Proteinpulver portionieren. Einfach den Löffel aus dem Besteckkasten nehmen, in das Pulver eintauchen, das Pulver aus der Dose herausheben und in den Shaker geben (oder wo auch immer es gerade gebraucht wird). Der Messlöffel findet hier keine Verwendung und wenn du den Löffel direkt in der Dose lässt, musst du ihn noch nicht mal abspülen, da er trocken bleibt.


Lösung 4: Portionen schätzen.

Ja, man kann ruhig mal die Kirche im Dorf lassen. Wenn du nicht gerade Profibodybuilder in der Definitionsphase bist – und selbst dann – spielt es keine Rolle, ob du mit dem Esslöffel 25, 30 oder 33 g Proteinpulver in deinen Shake portioniert hast. Das Schätzen der Portionen macht nicht das Zünglein an der Waage aus, ob du in deinem Sport erfolgreich bist oder nicht. Es kann hilfreich sein, die ersten Male eine Waage zu Hilfe zu nehmen. So bekommst du ein Gefühl für die Portionen. Einen genaueren Richtwert gibt es hier nicht, da sich die Eiweißpulver in Dichte und Gewicht unterscheiden.

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Hinweis: Wir haben am 05. August 2022 zum ersten mal über »Scoop: Warum Hersteller auf Messlöffel für Proteinpulver und Co. verzichten sollten.« geschrieben und diesen Artikel zuletzt am 12. November 2022 aktualisiert.

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