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Aspartam und Krebs: Studien vs. EFSA

Aspartam: Einer der beliebtesten Süßstoffe der Lebensmittelindustrie, ist gleichzeitig auch einer der unbeliebtesten Süßstoffe unter den Verbrauchern. Du erfährst hier, woher der Verdacht kommt, Aspartam verursache Krebs, Abbaustoffe seien toxisch und was die EFSA dazu sagt.

Bild zeigt Aspartam

Wenn du Cola Zero oder Light magst, kommst du nicht drumherum. Gerade die großen Marken wie Pepsi oder Coca Cola setzen bei ihren zuckerfreien Produkten auf Aspartam. Darüber hinaus werden tausende Produkte weltweit mit dem synthetischen Süßstoff gesüßt, was E 951 (unter der entsprechenden E-Nummer wurde Aspartam ab 1981 stufenweise von der EU zugelassen [1]) zu einem der - zumindest in der Lebensmittelindustrie - beliebtesten Süßstoffe überhaupt macht. Mit dem Hang zu E 951 stehen die Hersteller allerdings ziemlich alleine da. Seit Jahrzenten hält sich unter Verbrauchern das Gerücht vom krebserregenden, schädlichen, giftigen Aspartam, um das nahrungsmitteltechnisch ein Bogen gemacht werden sollte.


Was ist Aspartam - Herstellung?

Aspartam ist ein synthetisch hergestelltes Süßungsmittel und chemisch nicht mit Zucker verwandt. Süßstoffe wie Aspartam, Acesulfam, Cyclamat, Sucralose oder Saccharin - um ein paar der bekannteren zu nennen - sind nicht mit Zuckeraustauschstoffen zu verwechseln und haben im Gegensatz zu diesen eine wesentlich höhere Süßkraft als Zucker. Aspartam hat gegenüber Haushaltszucker eine relative zweihundertfache Süßkraft.

»Ausgangsstoff der chemischen Synthese ist (S)-Asparaginsäure, die durch die Reaktion mit Phosphoroxychlorid in ein cyklisches Carbonsäureanhydrid überführt wird. Dessen Umsetzung mit (S)-Phenylalaninmethylester liefert dann Aspartam.« [2]

Aspartam süßt gegenüber Zucker in sehr geringen Mengen, liefert aus diesem Grund so gut wie keinen Energiegehalt und fördert Zahnerkrankungen deutlich weniger.


In welchen Lebensmitteln und Produkten wird Aspartam verwendet?

Als zugelassenen Lebensmittelzusatzstoff findest du Aspartam in Joghurt, Getränken, Desserts, Süßigkeiten und auch in einigen Eiweißpulvern und anderen Nahrungsergänzungsmitteln. Eine verbreitete Verwendung findet der Süßstoff auch als Tafelsüße. Auf Lebensmitteln ist in der Zutatenliste sowohl die Bezeichnung Aspartam, als auch die E-Nummer E 951 zugelassen - mindestens eine der beiden Angaben ist allerdings Pflicht. Gesetzlich vorgeschrieben ist bei der Verwendung von Aspartam ebenfalls der Hinweis »Enthält eine Phenylalaninquelle«

Bekannte Produkte und Marken, in denen du Aspartam findest, sind zum Beispiel:

  • Wrigley’s EXTRA Professional White Kaugummi
  • Mentos Kaugummi Pure Fresh Mint
  • Coca Cola Zero Zucker
  • Pepsi Cola Max
  • Wrigley’s Hubba Bubba

Wenn du dich nun fragst, warum Hersteller nicht einfach den Süßstoff wechseln, wenn Aspartam so unbeliebt bei Verbrauchern ist: Unter anderem würde der Griff zu einem anderen Süßstoff den Geschmack signifikant verändern. Das ist einer der Gründe, warum zum Beispiel das Bodybuilding Depot lange Zeit an Aspartam bei seinem Professional Protein im Schokogeschmack festgehalten hat. Aspartam muss von Personen gemieden werden, die an Phenylketonurie (PKU) - einer angeborenen Stoffwechselerkrankung - leiden. Genau aus diesem Grund ist der Zusatz »Enthält eine Phenylalaninquelle« durch die Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung §5 gesetzlich vorgeschrieben.


Wie kam es zu der Annahme, Aspartam sei krebserregend und verursacht der Süßstoff Krebs?

Der Verdacht, Krebs zu verursachen, beruht auf mehrere Studien, die ab den siebziger Jahren durchgeführt wurden. Vorreiter der Vermutung, Aspartam könne krebserregend sein, war John W. Olney. Olney war ein US-amerikanischer Psychiater und Neuropathologe an der Washington University in St. Louis [3]. Seine Metastudie »Anstieg der Gehirntumorraten – gibt es eine Beziehung zu Aspartam?« [4] kam zu einer Vermutung, die weltweit für große Aufregung sorgte.

»Im Vergleich zu anderen Umweltfaktoren, die mutmaßlich mit Hirntumoren in Verbindung gebracht werden, ist der künstliche Süßstoff Aspartam ein vielversprechender Kandidat, um die jüngste Zunahme der Häufigkeit und des Malignitätsgrades von Hirntumoren zu erklären.« (Quelle: Journal of Neuropathology & Experimental Neurology, Volume 55, Issue 11, November 1996, Pages 1115–1123)

In der Metastudie von John W. Olney wurden die Ergebnisse und Daten aus mehreren Untersuchungen zusammengefasst, die zwischen 1975 und 1992 an Ratten durchgeführt wurden.

Die Häufungen von Krebsfällen bei Ratten stellten sich ab einer täglichen Verzehrmenge von 20 mg pro Kilogramm Körpergewicht ein. Um eine derartige Menge Aspartam zu erreichen, müsste eine Frau von normalem Körpergewicht etwa sechs Liter Cola Zero pro Tag trinken - und das dann jeden Tag. Die Unbedenklichkeitsgrenze wurde durch die EU mit 40 mg Aspartam täglich sogar noch höher angesetzt.

Die Versuche an Ratten und später auch Hunden und Affen sind von diversen Wissenschaftlern kritisiert wurden. Es wurde unter anderem diskutiert, dass die Nagetiere, welche an Krebs erkrankt sind, auch überdurchschnittlich häufig bestimmte Infektionen aufwiesen. Es ist schwierig zu bestimmen, ob die Tumorerkrankungen aufgrund des Konsums von Aspartam entstanden, oder als Folge der Infektionserkrankungen aufgetreten sind. Laboruntersuchungen an Ratten und anderen Tieren, bei denen konstant und über lange Zeiträume Aspartam in unüblichen Mengen verfüttert wird - teilweise von Geburt an - lassen sich auf Menschen und den üblichen Gebrauch von Aspartam nicht spiegeln. Ein Nachweis erhöhter Krebsraten beim Menschen konnte bisher nicht erbracht werden.

Weitere Bedenken hinsichtlich toxischer Effekte und krebserregenden Wirkungen von Aspartam bestehen gegenüber den Substanzen, die bei der Verstoffwechselung von Aspartam entstehen. Methanol und Metabolit werden toxische Wirkungen nachgesagt, die zu Kopfschmerzen, Epilepsie, Allergien und Krebs führen sollen. Durch die European Food Safety Authority (EFSA) wurden auch aus diesem Grund zwischen 2006 und 2013 immer wieder Neubewertungen von Aspartam, Studien, Risikobewertungen und öffentliche Konsultationen durchgeführt, die letztlich 2013 zu dem umfassendsten Gutachten führten, das je zu Aspartam durchgeführt wurde. [5] [6] [7] [8]


Fazit - wie solltest du mit Aspartam und einem möglichen Krebsrisiko umgehen?

»Die derzeitige zulässige tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake – ADI) von 40 mg/kg Körpergewicht/Tag wurde für die allgemeine Bevölkerung als ausreichend schützend angesehen, wobei die Verbraucherexposition weit unter diesem Wert liegt.« EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)

Aspartam ist laut EFSA bis zu einer Grenze unbedenklich, an die du mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung niemals gelangen wirst. Es gab allerdings auch noch keine Krebszelle, die aus dem Körper heraus gewunken hat »Hallo, ich bin durch Aspartam entstanden« oder »Hallo, ich bin nicht durch Aspartam, sondern durchs Rauchen entstanden«. Kein natürliches, unbearbeitetes Lebensmittel enthält Aspartam. Aus genau solchen Lebensmitteln sollte deine gesunde Ernährung hauptsächlich bestehen. Wenn du Cola magst und dir am Tag ein Glas Cola Zero gönnst, wirst du davon aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Krebs bekommen. Laut EFSA, unzähligen Studien und Risikobewertungen ist das sogar ausgeschlossen. Es gibt unzählige Faktoren, die dazu führen können, dass im Körper Tumore gebildet werden. Neben Umweltfaktoren und genetischen Defekten können natürlich auch schlechte Lebensgewohnheiten und eine ungesunde Ernährung dazu führen. Genau das solltest du vermeiden, wenn du das Risiko an Krebs zu erkranken verringern möchtest. Aspartam ist ein zucker- und kaloriensparendes Süßungsmittel, das dir in einer Diät oder bei Erkrankungen wie Diabetes helfen kann, vollständig auf Zucker zu verzichten. Insgesamt solltest du im Fokus haben, dich möglichst naturbelassen zu ernähren. Auf diese Weise wirst du niemals mit Mengen des Süßungsmittel in Berührung kommen, die laut EFSA bedenklich werden könnten.

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Hinweis: Wir haben am 29. März 2023 zum ersten mal über »Aspartam und Krebs: Studien vs. EFSA« geschrieben und den Artikel zuletzt am 18. April 2023 inhaltlich überarbeitet.

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