Acesulfam-K (E950): Wirkung, Risiken und was der ADI-Wert sagt
Acesulfam-K – auch als E950 auf Zutatenlisten zu finden – ist ein kalorienfreier Süßstoff, der seit Jahrzehnten in der EU zugelassen ist. Immer wieder steht er in der Kritik: Ist er schädlich? Beeinflusst er den Blutzucker? Ist er krebserregend? Auf Kraftmahl ordnen wir die Fakten sachlich ein und erklären, was aktuelle Bewertungen von Behörden wie der EFSA tatsächlich bedeuten.
🎥 Im Video ordnen wir Acesulfam-K (E950) sachlich ein – Wirkung, ADI-Wert und was aktuelle Behördenbewertungen wirklich bedeuten.
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung: Ist Acesulfam-K gefährlich?
Acesulfam-K ist in der Europäischen Union zugelassen und gilt innerhalb der akzeptablen täglichen Aufnahmemenge (ADI) als gesundheitlich unbedenklich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat den ADI-Wert zuletzt auf 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Die übliche Aufnahme im Alltag liegt deutlich darunter.
Was ist Acesulfam-K?
Acesulfam-K ist ein intensiv süßender, synthetisch hergestellter Süßstoff, der rund 200-mal süßer als Haushaltszucker ist. Das „K“ steht für Kalium, da es sich chemisch um das Kaliumsalz der Acesulfamsäure handelt. Aufgrund seiner hohen Süßkraft werden nur sehr geringe Mengen benötigt, um Speisen oder Getränken eine deutliche Süße zu verleihen.
In der Europäischen Union ist Acesulfam-K unter der Bezeichnung E950 zugelassen. Er wird vor allem in kalorienreduzierten oder zuckerfreien Produkten eingesetzt – etwa in Light-Getränken, Kaugummis, Desserts oder funktionellen Lebensmitteln wie Proteinprodukten. Häufig wird er mit anderen Süßstoffen kombiniert, um ein möglichst zuckerähnliches Geschmacksprofil zu erreichen.
Wie andere intensive Süßstoffe – beispielsweise Sucralose – Wirkung & Risiken im Überblick – liefert Acesulfam-K keine Kalorien, da er vom Körper nicht verstoffwechselt wird. Auf Zutatenlisten erscheint er entweder als „Acesulfam K“ oder unter seiner E-Nummer E950.
Wie wirkt Acesulfam-K im Körper?
Acesulfam-K wird vom Körper nicht verstoffwechselt. Nach dem Verzehr wird er weitgehend unverändert wieder ausgeschieden. Er liefert keine Kalorien und hat keinen direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.
Da er nicht wie Zucker in Glukose umgewandelt wird, steigt der Insulinspiegel nicht aufgrund einer Kalorienzufuhr an. Die Frage, ob Süßstoffe indirekt hormonelle Effekte auslösen, wird wissenschaftlich untersucht – eindeutige Belege für eine gesundheitsschädliche Wirkung bei üblichen Konsummengen gibt es derzeit jedoch nicht.
Was bedeutet der ADI-Wert konkret?
ADI steht für „Acceptable Daily Intake“. Er beschreibt die Menge eines Stoffes, die ein Mensch ein Leben lang täglich aufnehmen kann, ohne ein gesundheitliches Risiko zu erwarten.
Für Acesulfam-K liegt dieser Wert bei 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
Beispiel: Eine Person mit 80 kg Körpergewicht dürfte theoretisch 1.200 mg Acesulfam-K pro Tag aufnehmen, ohne den ADI-Wert zu überschreiten.
Die tatsächliche Aufnahme im Durchschnitt liegt deutlich unter diesem Grenzwert. Der ADI enthält zudem bereits einen großen Sicherheitsabstand zu den Mengen, bei denen in Studien mögliche Effekte beobachtet wurden.
Der ADI-Wert für Acesulfam-K wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegt. Weitere Details zur Bewertung findest du direkt bei der EFSA .
Ist Acesulfam-K krebserregend?
Immer wieder taucht die Behauptung auf, Acesulfam-K könne Krebs verursachen. Aktuelle Bewertungen europäischer und internationaler Behörden sehen hierfür jedoch keine belastbaren Hinweise innerhalb der festgelegten Aufnahmemengen.
Wie bei vielen Zusatzstoffen beruhen frühe Bedenken teilweise auf Tierversuchen mit sehr hohen Dosierungen, die deutlich über dem liegen, was im Alltag realistisch konsumiert wird. Die Krebsdebatte betrifft zudem nicht nur Acesulfam-K: Auch andere Süßstoffe standen bereits im Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Wie Studienergebnisse und Behördenbewertungen dabei einzuordnen sind, zeigen wir im Beitrag Aspartam und Krebs: Studien vs. EFSA .
Hilft Acesulfam-K beim Abnehmen?
Acesulfam-K liefert keine Kalorien und wird daher häufig als Zuckerersatz in kalorienreduzierten oder zuckerfreien Produkten eingesetzt. Rein rechnerisch kann der Austausch von Zucker durch kalorienfreie Süßstoffe dazu beitragen, die tägliche Energiezufuhr zu senken.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass der langfristige Nutzen von nicht-zuckerhaltigen Süßstoffen für die Gewichtsreduktion nicht eindeutig belegt ist. Weitere Details finden sich in der WHO-Leitlinie zu Non-Sugar Sweeteners (2023) .
Entscheidend für eine Gewichtsreduktion ist jedoch nicht der einzelne Süßstoff, sondern die gesamte Ernährungsweise. Kalorienfreie Süße ersetzt keine ausgewogene Ernährung und keinen Kalorienüberblick. Sie kann jedoch helfen, Zucker einzusparen, ohne vollständig auf süßen Geschmack verzichten zu müssen.
Neben synthetischen Süßstoffen greifen viele Verbraucher auf als „natürlich“ beworbene Alternativen wie Steviolglycoside zurück. Ob „natürlich“ automatisch gesundheitliche Vorteile bedeutet oder lediglich eine andere Form der Süße darstellt, haben wir im Beitrag Steviolglycoside: Natürlich gesüßt mit Stevia – oder doch nicht? näher eingeordnet.
Wie nachhaltig ist Acesulfam-K?
Da Acesulfam-K vom Körper nicht abgebaut wird, kann er über Abwässer in die Umwelt gelangen. In Kläranlagen wird er nur teilweise entfernt, weshalb Spuren in Gewässern nachgewiesen wurden.
Die gemessenen Konzentrationen gelten derzeit als sehr gering. Die langfristige ökologische Bewertung ist dennoch Gegenstand laufender Forschung.
Acesulfam-K in Proteinpulver: Wie relevant ist das?
In Proteinpulvern wird Acesulfam-K meist in sehr kleinen Mengen eingesetzt, um eine angenehme Süße zu erreichen, ohne zusätzlichen Zucker zu verwenden.
Selbst bei regelmäßigem Konsum von Proteinshakes liegt die aufgenommene Menge typischerweise deutlich unterhalb des ADI-Wertes. Entscheidend ist immer die Gesamtaufnahme aus allen Lebensmitteln des Tages.
Fazit: Sachliche Einordnung statt Alarmismus
Acesulfam-K ist ein seit Jahrzehnten zugelassener Süßstoff, dessen Sicherheit von europäischen und internationalen Behörden bewertet wurde.
Innerhalb der festgelegten Aufnahmemengen gilt er als gesundheitlich unbedenklich. Wie bei allen Zusatzstoffen empfiehlt sich ein bewusster Umgang – nicht aus Angst, sondern aus einem grundsätzlichen Interesse an einer ausgewogenen Ernährung.
Ist Acesulfam-K schädlich für den Darm?
Nach aktuellem Stand gibt es keine belastbaren Belege, dass Acesulfam-K bei üblichen Verzehrmengen die Darmgesundheit schädigt. Einzelne Studien untersuchen mögliche Veränderungen der Darmflora bei sehr hohen Dosierungen, doch diese Mengen liegen meist deutlich über dem, was im Alltag konsumiert wird. Innerhalb des ADI-Wertes gilt Acesulfam-K als gesundheitlich unbedenklich.
Beeinflusst Acesulfam-K den Blutzucker oder Insulinspiegel?
Acesulfam-K wird vom Körper nicht in Glukose umgewandelt und liefert keine Kalorien. Daher steigt der Blutzucker nach dem Konsum nicht an. Auch ein direkter Anstieg des Insulinspiegels ist nach aktuellem Kenntnisstand bei normalen Verzehrmengen nicht zu erwarten.
Wie viel Acesulfam-K ist realistisch in einem Proteinshake enthalten?
Die eingesetzten Mengen sind sehr gering, da Acesulfam-K rund 200-mal süßer als Zucker ist. Selbst bei regelmäßigem Konsum von Proteinshakes bleibt die Aufnahme in der Regel deutlich unter dem ADI-Wert. Entscheidend ist immer die Gesamttagesaufnahme aus allen Lebensmitteln.
Ist Acesulfam-K schlechter als andere Süßstoffe wie Sucralose oder Aspartam?
Alle in der EU zugelassenen Süßstoffe wurden von Behörden wie der EFSA bewertet und besitzen einen eigenen ADI-Wert. Unterschiede bestehen vor allem in Süßkraft, Geschmack und Stabilität bei Hitze. Innerhalb der empfohlenen Aufnahmemengen gelten sie als sicher.
Warum steht Acesulfam-K trotzdem immer wieder in der Kritik?
Die Kritik beruht häufig auf älteren Tierstudien mit sehr hohen Dosierungen oder auf allgemeinen Bedenken gegenüber synthetischen Zusatzstoffen. Solche Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf übliche Verzehrmengen beim Menschen übertragen. Behördenbewertungen berücksichtigen große Sicherheitsabstände.
Ist Acesulfam-K für Kinder problematischer als für Erwachsene?
Auch für Kinder gilt der ADI-Wert bezogen auf das Körpergewicht. Da Kinder weniger wiegen, kann der Grenzwert theoretisch schneller erreicht werden. In der Praxis liegt die durchschnittliche Aufnahme jedoch auch hier meist deutlich darunter.
Redaktioneller Hinweis: Unsere Texte werden von erfahrenen Redakteuren mit echten Erfahrungen verfasst – kein Copy-Paste. Wir haben am zum ersten mal über »Acesulfam-K (E950): Wirkung, Risiken und was der ADI-Wert sagt« berichtet und den Artikel inhaltlich zuletzt am 11. Februar 2026 überarbeitet.
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