Sachlich eingeordnet

Sucralose: gesund oder schädlich? Wirkung & Risiken

Sucralose polarisiert. Für die einen ist sie ein harmloser Zuckerersatz, für andere ein Stoff, der besser komplett gemieden werden sollte. Besonders im Fitness- und Supplementbereich taucht der Süßstoff immer wieder auf – etwa in Proteinpulvern, EAAs oder Light-Getränken.

In diesem Artikel schauen wir nüchtern und praxisnah auf Sucralose: Was ist dran an der Kritik? Wie viel ist unproblematisch? Und worauf solltest du im Alltag wirklich achten?

🎥 Kurz erklärt im Video: Warum Sucralose weder schädlich noch ein Gesundheitsprodukt ist – und worauf es bei der Menge ankommt.

Von Denis Waßmann | Überarbeitet am | Von Sportlern geschriebener Text
Süßstofftabletten neben einem Getränk – Symbolbild für den Einsatz von Sucralose und anderen Süßstoffen im Alltag

Was ist Sucralose überhaupt?

Sucralose wird chemisch gesehen aus normalem Zucker (Saccharose) hergestellt. Dabei werden gezielt drei kleine Bausteine im Molekül ausgetauscht. Das Ergebnis ist ein Stoff, der:

  • etwa 600-mal süßer ist als Zucker
  • praktisch keine Kalorien liefert
  • den Blutzucker nicht ansteigen lässt

Genau diese Eigenschaften machen Sucralose für Hersteller interessant – besonders in zuckerfreien Lebensmitteln und Eiweißpulvern.

Wichtig: Sucralose ist kein „natürlicher“ Stoff im klassischen Sinn. Das macht sie aber nicht automatisch problematisch – entscheidend ist, wie sie im Körper wirkt und in welchen Mengen sie konsumiert wird.


Was passiert im Körper?

Der menschliche Körper kann Sucralose kaum verwerten. Rund 85–90 % werden unverändert wieder ausgeschieden. Der Stoff liefert keine Energie und hat keinen direkten Einfluss auf den Blutzucker.

Genau deshalb wird Sucralose häufig in Diät-Phasen, bei Diabetes oder in kalorienreduzierten Produkten eingesetzt.

Kritisch wird es nicht durch die bloße Existenz des Stoffes, sondern durch Menge, Häufigkeit und Gesamtkontext der Ernährung.


Wie viel Sucralose gilt als unbedenklich?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Sucralose einen sogenannten ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) festgelegt:

15 mg Sucralose pro Kilogramm Körpergewicht und Tag

KörpergewichtMax. Tagesmenge (ADI)Praxis-Einordnung
60 kg900 mgdeutlich über normalem Alltag
70 kg1.050 mgmehrere Shakes oder Liter Light-Getränke
80 kg1.200 mgfür die meisten kaum erreichbar
90 kg1.350 mgnur bei sehr hohem Dauerkonsum

In der Praxis erreichen die meisten Menschen diese Mengen nicht einmal ansatzweise – selbst dann nicht, wenn täglich Proteinshakes oder Light-Getränke konsumiert werden.


Wann kann Sucralose problematisch werden?

Probleme treten fast ausschließlich bei sehr hohen Mengen oder dauerhaftem Überkonsum auf.

  • Verdauungsprobleme bei empfindlichen Personen
  • veränderter Appetit oder Süßhunger
  • Unwohlsein bei dauerhaft sehr süßem Geschmack

Wichtig: Diese Effekte sind nicht automatisch und nicht bei normalem Gebrauch zu erwarten.


Sucralose erhitzen – ein wichtiger Punkt

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Hitzeempfindlichkeit von Sucralose. Der Süßstoff ist nicht hitzestabil.

AnwendungEmpfehlungBegründung
Proteinshake kalt✔ geeignetkeine Zersetzung
Backen✘ nicht empfohlenZerfall bei hohen Temperaturen
Kochen✘ vermeidenunerwünschte Abbauprodukte
Heißgetränke⚠ kritischabhängig von Temperatur & Dauer

Für kalte Anwendungen – etwa Proteinshakes – ist Sucralose unproblematisch. Für Backrezepte oder stark erhitzte Speisen eignet sie sich dagegen nicht.


Sucralose oder Alternativen?

Viele weichen auf andere Süßstoffe aus – etwa Stevia. Allerdings sind auch Steviolglykoside nicht automatisch „natürlich“ oder frei von Kritikpunkten.

Wer komplett auf Süßstoffe verzichten möchte, greift häufig zu Produkten ohne jegliche Zusätze – etwa zu einem Whey Protein ohne Süßstoffe . Diese Variante ist meist teurer und geschmacklich weniger süß, dafür aber konsequent pur.


Macht Sucralose Krebs?

Diese Frage taucht immer wieder auf – ähnlich wie bei Aspartam. Entscheidend ist die Einordnung: Die vorhandenen Daten zeigen keinen Krebsnachweis bei normalem Konsum.

Wer sich generell für diese Debatten interessiert, findet eine ausführliche Einordnung im Artikel „Verursacht Aspartam Krebs?“ .


Fazit: Wie sinnvoll ist Sucralose?

Sucralose ist kein Gesundheitsstoff, aber auch kein Schadstoff. In normalen Mengen und im richtigen Einsatz ist sie unproblematisch.

  • ✔ sinnvoll als Zuckerersatz
  • ✔ praktikabel in kalten Anwendungen
  • ✘ nicht für starkes Erhitzen geeignet
  • ✘ Übermaß bringt keinen Vorteil

Am Ende gilt wie so oft: Entscheidend sind Menge, Häufigkeit und Gesamternährung. Wer bewusst auswählt, muss Sucralose nicht fürchten – sondern kann sie als Werkzeug nutzen.

FAQ

Ist Sucralose ungesund?

Nein. In normalen Mengen gilt Sucralose als unproblematisch. Kritisch wird es vor allem bei sehr hohem, dauerhaftem Konsum oder bei Menschen mit empfindlicher Verdauung.

Wie viel Sucralose pro Tag ist unbedenklich?

Die EFSA empfiehlt maximal 15 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Diese Menge wird im Alltag selbst bei regelmäßigem Konsum von Proteinshakes oder Light-Getränken meist deutlich unterschritten.

Darf man Sucralose erhitzen?

Nein, Sucralose ist nicht hitzestabil. Beim starken Erhitzen kann sie sich zersetzen, weshalb sie für Backen oder Kochen nicht empfohlen wird. In kalten Anwendungen wie Proteinshakes ist sie unproblematisch.

Ist Sucralose besser oder schlechter als Aspartam?

Beide Süßstoffe gelten in normalen Mengen als sicher. Sie unterscheiden sich in Geschmack, Süßkraft und Einsatzbereich, nicht aber darin, dass sie bei sachgemäßem Gebrauch als unbedenklich eingestuft werden.

Ist Sucralose in Proteinshakes problematisch?

In üblichen Portionsgrößen nicht. Die enthaltenen Mengen liegen weit unter den empfohlenen Höchstwerten. Wer sehr empfindlich reagiert oder komplett auf Süßstoffe verzichten möchte, kann auf ungesüßte Alternativen ausweichen.

Sollte man Sucralose dauerhaft konsumieren?

Gelegentlicher oder moderater Konsum ist unproblematisch. Wie bei allen Süßstoffen gilt: Dauerhaft extrem hohe Mengen bringen keinen Vorteil und sollten vermieden werden.

Dein Experte für dieses Thema
Denis Waßmann – Kraftsportler, Redakteur & Produkttester für Kraftmahl

Redaktioneller Hinweis: Unsere Texte werden von erfahrenen Redakteuren mit echten Erfahrungen verfasst – kein Copy-Paste. Wir haben am zum ersten mal über »Sucralose: gesund oder schädlich? Wirkung & Risiken« berichtet und den Artikel inhaltlich zuletzt am 13. Januar 2026 überarbeitet.

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