Sport bei Erkältung: Bei Grippe, Husten und Co. kein Training

Bild zeigt Sportler mit Erkältung beim Husten

Wer sein Training liebt, hasst Tage, an denen es ausfallen muss. Gerade bei Infektionserkrankungen wie einer Erkältung oder Grippe, tust du deinem Körper allerdings einen größeren Gefallen, wenn du auf das Training verzichtest. Sport bei Erkältung kann nicht nur die Genesungszeit verlängern, sondern auch eine Verschlimmerung der Symptome nach sich ziehen und ernsthafte Folgen für das Herz haben.

Warum kein Sport bei Erkältung die bessere Entscheidung ist.

Die Empfehlungen zu Sport bei Erkältung gehen an vielen Stellen im Web in die Richtung »Sport nur bei bestimmten Symptomen« »Sport nur moderat« »Ab wann ist Vorsicht geboten?«. Die Trainingsrealität sieht so aus, dass jede Art von Sport eine Belastung für das Immunsystem ist und die Infektionskrankheit verschlechtern kann. Moderate Bewegung im Sinne von ein paar Dehnungsübungen, zügigem Gehen oder Yoga sind hier nicht gemeint. Wenn du mit einem Kribbeln in der Nase oder Schnupfen ins Fitnessstudio gehst, aufs Fahrrad steigst oder die Laufschuhe anziehst und zehn Kilometer läufst, sind die Chancen dagegen groß, dass du am nächsten Tag eine Verschlechterung der Erkältung bemerken wirst. Der Grund dafür ist, dass dein Immunsystem die Abwehrkräfte für die Infektion braucht und ein Training das Immunsystem weiter belastet. Die möglichen Nachteile überwiegen die positiven Effekte der wenigen Trainingseinheiten, die du ausfallen lassen musst.

Mögliche Folgen von Sport bei Erkältung:

  • Verlängerte Genesungszeit: Körperliche Anstrengung kann die Erholungszeit verlängern, da der Körper zusätzliche Energie aufbringen muss, um sowohl die Krankheit zu bekämpfen als auch sich von der körperlichen Aktivität zu erholen.
  • Verschlimmerung der Symptome: Sport kann die Symptome einer Erkältung verschlimmern, wie z.B. Husten, verstopfte Nase und Halsschmerzen.
  • Belastung für das Herz: Bei einer Erkältung kann das Herz durch Infektionen und Entzündungen zusätzlich belastet werden. Sport kann diese Belastung noch verstärken, insbesondere bei hoher Intensität oder längerer Dauer.
  • Gefahr einer Sekundärinfektion: Durch die Anstrengung beim Sport kann das Immunsystem geschwächt werden, was das Risiko einer zusätzlichen bakteriellen Infektion erhöht.
  • Dehydrierung: Sport kann zu vermehrtem Schwitzen und damit zu einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf führen. Wenn du bereits erkältet bist, kann das zu Dehydrierung führen und deinen Gesundheitszustand verschlechtern.

Nicht zu vergessen: Die Verantwortung anderen gegenüber.

Wenn du in einem Fitnessstudio oder in einer Gruppe trainierst, besteht die Gefahr, dass du andere Personen mit deiner Erkältung ansteckst. Das ist nicht nur unangenehm für deine Bekannten oder Freunde, sondern auch ziemlich verantwortungslos.

Wie lange sollte kein Sport bei Erkältung gemacht werden?

Wie lange man nach einer Erkältung keinen Sport machen sollte, hängt von der Person-, dem Training beziehungsweise der Sportart oder der Schwere der Infektion ab und variiert demzufolge. Im Allgemeinen empfehlen wir, auf Sport zu verzichten, solange die Symptome noch akut sind, und erst wieder mit dem Training zu beginnen, wenn man sich weitgehend erholt hat. Allerdings gibt es ein paar Faustregeln, an die man sich halten kann.

Erkältungssymptome und Anzahl der Tage, die man auf Sport verzichten sollte:

  1. Leichter Schnupfen oder verstopfte Nase: 1-2 Tage oder solange, bis die Symptome besser werden. Leichte, moderate Aktivitäten wie Spaziergänge sind in der Regel in Ordnung.
  2. Halsschmerzen: 2-4 Tage oder so lange, bis die Schmerzen nachlassen. Vermeide Aktivitäten, welche die Atmung belasten.
  3. Husten: 5-7 Tage oder bis der Husten weitgehend abgeklungen ist. Bei einem schweren oder anhaltenden Husten sollte man länger warten.
  4. Fieber: Kein Sport, solange das Fieber vorhanden ist. Warte mindestens 24-48 Stunden nach dem Abklingen des Fiebers, bevor du mit leichtem Training beginnst.
  5. Kopfschmerzen oder Körperschmerzen: 2-4 Tage oder so lange, bis die Schmerzen nachlassen. Leichte, mopderate Aktivitäten können hilfreich sein, um die Durchblutung und den Heilungsprozess zu fördern.
  6. Müdigkeit oder Schwäche: Warte, bis sich dein Energielevel normalisiert hat, bevor du wieder mit dem Training beginnst. Das kann je nach Schweregrad der Erkältung und deiner persönlichen Genesung einige Tage bis zu einer Woche oder länger dauern.

Folgen für das Herz durch Sport mit Erkältung - Gefahr einer Herzmuskelentzündung.

Sport während einer Erkältung kann potenziell negative Folgen für das Herz haben, insbesondere bei intensiven oder anstrengenden Aktivitäten. Eine der Hauptrisiken ist das Auftreten einer Myokarditis, einer Entzündung des Herzmuskels, die durch Viren wie das Erkältungsvirus verursacht werden kann. Während einer Erkältung ist das Immunsystem damit beschäftigt, die Infektion zu bekämpfen, und die zusätzliche Belastung durch intensiven Sport kann das Risiko einer Myokarditis oder anderer kardialer Komplikationen erhöhen.


Fazit: Darum raten wir von Sport bei einer Erkältung ab.

Sport und körperliche Aktivität sind im Allgemeinen wichtig für die Aufrechterhaltung einer guten Gesundheit und Stärkung des Immunsystems. Bei einer Erkältung ist es jedoch ratsam, auf intensiven Sport zu verzichten und sich nur moderat anzustrengen. Das Hauptziel während einer Erkältung sollte es sein, dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen und die Infektion effektiv zu bekämpfen. Die möglichen gesundheitlichen Folgen durch eine Verschlechterung der Infektion stehen nicht im Verhältnis zu den Vorteilen für deinen Körper, die du durch die wenigen Trainingseinheiten hättest, die du jetzt mal ausfallen lassen musst. Aus diesen Gründen raten wir vom Sport mit einer Erkältung in jedem Fall ab.

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Hinweis: Wir haben am 24. April 2023 zum ersten mal über »Sport bei Erkältung: Bei Grippe, Husten und Co. kein Training« geschrieben und diesen Artikel zuletzt am 07. Mai 2023 aktualisiert.

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